12 GOLDENE STERNE AUF BLAUEM GRUND

Eine Kozertreihe zu, über und aus Europa - poetisch, philosophisch, intim

 

Über die Konzertserie

 

Die von Philipp Maria Rosenberg und Martin Kunz konzipierte Konzertreihe vergegenwärtigt die Vielfalt der europäischen Musik und lässt sie in einen lebendigen Dialog mit Schweizer Literatur, alten Mythen und Zürcher Sagen treten, begleitet ferner von pointierten Reflexionen zu Europa, seiner geistigen Gegenwart und Zukunft. In 12 eigenständigen, sorgfältig kuratierten Abenden entfaltet sich ein musikalisch-literarischer Zyklus, der Epochen und Stile zusammenführt, Fragen aufwirft und sie künstlerisch beantwortet.

 

Der Zyklus markiert einen besonderen Höhepunkt in der ambitionierten Geschichte des Ateliers für Kunst und Philosophie, in dem seit über zehn Jahren ein intimer, zugleich wacher und in viele Richtungen flirrender Geist weht. Hier begegnen sich Musik, Dichtung und gedankliche Vertiefung auf engstem Raum, berühren die Sinne, öffnen die Organe und versetzen das Publikum vielfarbig in Schwingung.

Intendanz Martin Kunz, Philipp Maria Rosenberg


Donnerstag, 5. März um 20:00 Uhr

 

Europa wohin? Aufbruch oder Abstieg?

Musik und Reflexion

Das Trio III-VII-XII reagiert auf das Kurzreferat von Tobias Straumann. Gedanken- und Klangspiel werden so zu einer gespannten Einheit.

Die Musiker sind Urs Haenggli (Blockflöten, Klarinette, diverse Instrumente), Daniel Studer (Kontrabass) und Mischa Käser (Stimme, diverse Instrumente).

Tobias Straumann ist Professor für Geschichte der Neuzeit und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Zürich und leitet das Nachdiplomstudium MAS in Applied History. Daneben schreibt er jeden Monat eine Wirtschaftskolumne für die NZZ am Sonntag und gilt als einer der einflussreichsten Schweizer Ökonomen.

 

Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der europäischen Finanz- und Währungsgeschichte und der politischen Ökonomie der Schweiz. Mit seinem Fokus auf angewandte Geschichte zeigt er immer wieder auf, was sich aus der Vergangenheit für das Verständnis der Gegenwart lernen lässt. Sein Buch „1931 – Debt, Crisis, and the Rise of Hitler“ wurde international ausgezeichnet und als eines der relevantesten Werke zur Zeitgeschichte bezeichnet.


Donnerstag, 2. April um 20:00 Uhr

 

Grünes Blatt

„Foaie verde“ – grünes Blatt – so beginnen viele rumänische Volkslieder, deren Texte sich häufig nicht an Menschen, sondern an die Natur richten. Die Band sucht jedoch bewusst nach einem neuen, improvisatorischen Zugang zu diesem archaischen Volksgut – nach einem Klang, der es mit eigenen Lyrikvertonungen zu einer stimmigen Einheit verschmelzen lässt.

 

„Foaie verde“ – grünes Blatt – so beginnen viele rumänische Volkslieder, deren Texte sich häufig nicht an Menschen, sondern an die Natur richten. Die rumänische Volksmusik bildet auch ein zentrales Element des Quartetts um die Sängerin Irina Ungureanu und den Kontrabassisten Dominique Girod.

Die Band sucht jedoch bewusst nach einem neuen, improvisatorischen Zugang zu diesem archaischen Volksgut – nach einem Klang, der es mit eigenen Lyrikvertonungen zu einer stimmigen Einheit verschmelzen lässt. Verschiedenste kammermusikalische Situationen werden ausgelotet, um die Lieder immer wieder neu zu instrumentieren.„Grünes Blatt“ sucht dabei die Extreme – um sie in sich zu vereinen: das Elementare und Schlichte mit dem Ausgefeilten, das kompositorisch Festgelegte mit dem völlig frei Improvisierten, das Heftige und Raue mit dem Zarten, das Traditionelle mit dem Neuen.


Donnerstag, 7. Mai um 20:00 Uhr

Felix und Regula und wir anderen

Mit dem Schauspieler Christian Seiler, einer Überraschungsgästin und dem Trio III-VII-XII

Felix und Regula – die beiden Zürcher Stadtheiligen, die der Legende nach wegen ihres unerschütterlichen Glaubens geköpft wurden und dabei noch die übermenschliche Kraft hatten, ein Zeichen für die Gründung der Stadt Zürich zu setzen. Die Überlieferung dieser ausserordentlichen Geschwister, deren Schicksal heute als Information an Schulkinder, Touristen und Geschichtsinteressierte weitergereicht wird, soll durch Sprache, Musik und Performance vergegenwärtigt werden. In einer Zeit, in der die Abschlachtung von Menschen sogar Anlass zu Jubel geben kann, bewegt uns das Geheimnis dieses legendären Paares, das für seine Überzeugung nicht andere mordet, sondern sich selber dem Tod ergibt und zugleich einen schöpferischen Akt vollbringt.

Mit den Musikern Mischa Käser, Urs Hänggli und Daniel Studer, dem Schauspieler Christian Seiler und einem weiblichen Überraschungsgast: denn Regula war wohl mindestens so wichtig wie Felix.


Donnerstag, 23. April um 20:00 Uhr

Lieder ohne Worte

Konzert mit Michael Flury, Posaune und Simone Keller, Klavier

Lieder ohne Worte –

Der Posaunist Michael Flury und die Pianistin Simone Keller spielen bekannte klassische Lieder von Franz Schubert neben äusserst selten gehörten Songs von Jazz-Komponistinnen aus den 30er- und 40er-Jahren, von Lil Hardin Armstrong, die im Schatten ihres Mannes Louis Armstrong stand und Irene Higginbotham, die einen weltberühmten Jazz-Standard geschrieben hat («Good morning heartache»), der bis heute nicht mit ihrem Namen in Verbindung gebracht wird.

Das Duo Flury/Keller überwindet stilistische Grenzen, ohne in ein simples «Cross-Over» zu verfallen, stellt Lil Armstrongs «Bad Boy» neben den verliebten Müllergesellen von Schubert und findet einen fliessenden Übergang vom «Oriental Swing» zu «Auf dem Strom». Ein Liederabend ganz ohne Worte, der Bekanntes und Ungehörtes neu zum Klingen bringt und vermeintlich Unvereinbares in einem grossen Bogen miteinander verwebt.

 

Stageplan/Technical Rider:

 

Flügel und Posaune, zwei Notenständer, Ablage für Dämpfer

Michael Flury, Posaune

Simone Keller, Klavier

Philip Bartels, Arrangements


Donnerstag, 4. Juni um 20:00 Uhr

 

Euro, popeia

Konzert mit dem Ensemble für Neue Musik Zürich

nachrichten #1 - Tupinambá in Hildweinsreuth

 

„Euro, popeia, was raschelt im Klo?“ Anke blickt auf, unterbricht ihre - auch in der Oberpfalz verbreiteten - Arbeit am Grossen Vergessenvermessen und geht nachschauen:

Ein Abend mit viel Musik und Stimme.

 

Daniel Mouthon: Text und Stimme

Leslie Leon: Stimme

Tobias Meier: Saxophon, Spielorgel, Device

Nicola Romanò: Cello, Utensilien, Stimme

 

Nach einer kompositorischen Vorlage von Hanspeter Frehner (Collage 3).

 


Donnerstag, 2. Juli um 20:00 Uhr

 

Francesca Gaza - Aminth

aminth ist eine eine Zusammenstellung kaleidoskopischer, artikulierter und emotional intensiver Kompositionen, die Francesca für sich selbst und ihr Quartett geschrieben hat, ein in Basel ansässiges Ensemble, das die berauschenden und geheimnisvollen Klänge von Flöten aus dem Mittelalter und der Renaissance, gespielt von Liane Sadler, mit flirrenden Elektronikklängen auf einem Renaissance-Spinett kombiniert, mit den schimmernden Klängen der Elektronik, die auf ein Renaissance- Spinett angewendet wird, mit Francescas Stimme am Klavier sowie dem luftigen und lebendigen Timbre des Tenorsaxophons von Fabian Willmann, das auf die Virtuosität des Kontrabasses von Nadav Erlich trifft. Das Ergebnis ist eine Kombination aus gewagten Songs mit einem ergreifenden und kontemplativen Charakter, angereichert mit farbenfrohen und überraschenden Orchestrierungen und Improvisationen. Das Quartett ist ein Ausdruck der kollektiven Kreativität und musikalischen Erkundung, die die fließende Palette der musikalischen Genres umfasst.

 

Francesca Gaza: Gesang, Klavier, Spinett, Komp.

Liane Sadler: Mittelalter-, Renaissance-, Barockflöten

Fabian Willmann: Tenor Saxophon

Nadav Erlich: Kontrabass


Donnerstag, 20. August um 20:00

 

Mythos Europa

Konzert mit Florian Kolb & Lise Barkas

Drehleier, Violone (ein historisches Streichinstrument) und verschiedene mittelalterliche sowie barocke Dudelsäcke suchen an diesem Abend den Kontakt miteinander. Lise Barkas und Florian Kolb setzen sich beide mit alten Instrumenten und Klängen und Spieltechniken auseinander, die wir aus Klassik, (traditioneller) Volksmusik und Folk kennen. Mittels weiterentwickelten Spieltechniken und genreübergreifenden Klängen entsteht eine überraschende Fusion. Wir starten diese musikalische Reise mit der im 17. Jahrhundert entstandenen Schäferdichtung, die das einfache Landleben der Hirten in der Antike zu einem artifiziellen mythologischen Arkadien für die absolutistischen Barockhöfe hochstilisierte. Das Publikum kann sich auf ein Konzert gefasst machen, das Grenzen sprengt – stilistisch wie gedanklich – und mehrere Epochen klanglich und thematisch zusammenbringt.

 

Lise Barkas ist eine Dudelsack- und Drehleierspielerin aus Straßburg (F). Sie hat ihr instrumentales Können bei volkstümlichen Balltänzen als auch bei Noise-Konzerten verfeinert. Ihr Spiel ist geprägt von den jüngsten Revivals traditioneller Musik und Begegnungen mit verschiedenen Experimentator*innen und Improvisator*innen.

 

Florian Kolb spielt Schlagzeug, Kontrabass, Violone und verschiedene Dudelsäcke. Er setzt stilistisch keine Grenzen, und eine improvisatorisch fast schon naive Herangehensweise ist Kern seiner Praxis. Bei seinen Projekten und Arbeiten legt er grossen Wert darauf, diese Vielfalt an Einflüssen konzeptuell und thematisch zu verbinden.


Donnerstag, 3. September um 20:00 Uhr

Zeitreise

Konzert mit der Violinistin Leila Schayegh und dem Lautenisten Daniele Caminiti

 

Konzert mit der Violinistin Leila Schayegh und dem Lautenisten Daniele Caminiti

Leila Schayegh und Daniele Caminiti nehmen Sie mit auf eine intime Reise durch drei Jahrhunderte – nur zu zweit ist viel Platz für leise (und laute), aber intensive Geschichten und die Musik zwischen den Tönen.

 

Werke von Farina über Corelli bis Paganini

 

Leila Schayegh ist eine international renommierte Schweizer Violinistin mit Schwerpunkt auf Alter Musik. Ihre CD-Produktionen wurden vielfach ausgezeichnet. 2025 erhielt sie den Schweizer Musikpreis

Daniele Caminiti hat sich dem Studium der Alten Musik und dem Spiel der Renaissance-Laute, der Erzlaute, der Theorbe und der barocken und romantischen Gitarre verschrieben. Als Solist hat er zahlreiche internationale Wettbewerbspreise gewonnen.


Donnerstag, 17. September um 20:00 Uhr

Ein Abend mit zwei Damen, einem Flügel und Joseph Haydn, dem Wegbereiter und Meister der Wiener Klassik

Die Schriftstellerin Zora del Buono will Klavierspielen lernen. Die Musikerin Ulrike Verena Habel bringt es ihr bei. Doch das ist nicht so einfach. Vor allem, weil sich die eigensinnige Schülerin eine viel zu schwierige Sonate von Joseph Haydn aussucht. Um ihr den Komponisten Haydn näher zu bringen und die Schriftstellerin an die Sonate heranzuführen, unternehmen beide eine Reise an die Orte seines Lebens und Schaffens: Nach Hainburg a. d. Donau, Rohrau, Eisenstadt, Schloss Esterházy im ungarischen Fertöd und Wien…

 

Ulrike Verena Habel lebt und arbeitet nach Studien in Deutschland, der Schweiz und in der renommierten Meisterklasse für Cembalo und Historische Aufführungspraxis bei Bob van Asperen am Sweelinck Conservatorium Amsterdam. Ihr künstlerisches Wirken umfasst Konzerte als Solistin und in verschiedenen Ensembles (am liebsten ihrem eigenen).

Ganz selten gibt sie einer handverlesenen Auswahl spannender Menschen Musikunterricht.

 

Zora del Buono lebt und arbeitet in Zürich und Berlin. Die Architektin ETH und Mitbegründerin der Zeitschrift mare veröffentlichte 2008 ihren ersten Roman, dem sieben weitere Bücher folgten. Tätigkeit als Dozentin in den USA und in der Schweiz. 2024 erhielt sie den Schweizer Buchpreis für ihren Roman «Seinetwegen».


Donnerstag, 1. Oktober um 20:00 Uhr

 

Aus der Schweiz – über die Schweiz

Konzert mit dem Pianisten Werner Bärtschi

 Das Programm umfasst Werke von Schweizer Komponisten, von Komponisten, die über Schweizer Themen oder die in Zürich komponiert haben. Musik von Mozart bis Bärtschi

 

Werner Bärtschi, Pianist, Komponist und künstlerischer Leiter der Konzertreihe Rezital Zürich gehört seit Jahrzehnten zu den prägenden Persönlichkeiten der klassischen Musikszene in der Schweiz.

 

 


Donnerstag, 15. Oktober um 20:00 Uhr

 

Die Farben der Annette

Die Zusammenarbeit des Duos Philipp Scholz und Nora Gomringer widmet sich seit 2015 der Beschäftigung mit Literatur. Beide Künstler, der Schlagzeuger und Improvisationsmusiker Philipp Scholz aus Leipzig und die Lyrikerin und Performerin Nora Gomringer, die in Bamberg lebt, vertonen Texte der Weltliteratur und haben sich insbesondere dem Werk der amerikanischen Dichterin und Satirikerin Dorothy Parker verschrieben. Ihre Programme Peng, Peng, Peng und Peng, Peng, Parker haben sie unter anderem in Hong Kong, Japan, Polen und der Schweiz gastieren lassen.

Ihr Parker-Programm wurde von Pianist Philip Frischkorn begleitet und am heutigen Abend erleben sie das Duo Gomringer Scholz mit Philip Frischkorn am Piano und Andris Meinig am Kontrabass zu einem Quartett erweitert.

Die Musiker haben Jazz-Versionen der Original-Kompositionen Annette von Droste-Hülshoffs aus dem 19. Jahrhundert geschaffen. Ursprungsmaterial sind die im historischen Münsteraner Verlag Adolph Russel erschienenen Liedfassungen der Annette von Droste-Hülshoff. Neu betrachtet wurde das Material von allen Musikern des Programms und die Textfassung stammt von Nora Gomringer, Originaltexte von Annette von Droste-Hülshoff.


Donnerstag, 29. Oktober um 20:00

 

Reaching For The Moon

Konzert mit Elina Duni – Gesang & Perkussion und

Rob Luft – Gitarre & Elektronik

2017 kreuzten sich die Wege von Elina Duni und Rob Luft beim Montreux Jazz Festival, eine Begegnung die den Beginn eines einzigartigen Projekts markieren sollte. Seitdem touren sie um die Welt und haben in Quartettbesetzung zwei von der Kritik gefeierte Alben bei ECM Records veröffentlicht.

Ihr für 2026 geplantes Album, eine reduzierte Duo-Produktion, kehrt zur Essenz ihrer ersten Begegnung zurück.

Hier können wir die schlichte Schönheit von Elina Dunis Gesang erleben, der sich mit Rob Lufts kristallklaren Gitarrenklängen zu einem hypnotisierenden Tanz verbindet. Gemeinsam weben sie ein Geflecht aus Liedern, die das Geheimnis und die Freude der Nacht, des Mondes und der in uns allen lebenden Magie heraufbeschwören. Diese musikalische Reise ist eine sanfte Liebkosung, ein beruhigendes Wiegenlied, das Hoffnung in der Dunkelheit schenkt und uns an den Trost unseres Zuhauses erinnert.