30. Januar 2026 um 19:30 Uhr
Zur Tradition des Geschichtenerzählens
Geschichtenerzählen ist eine Tradition, die mit dem immer stärkeren Aufkommen breitgefächerter Medien allmählich in den Hintergrund gerutscht ist, heute aber wieder an Beliebtheit gewinnt.
Das lebendige Erzählen im Kontakt mit dem Publikum spielt in der Erzähltradition eine bedeutende Rolle. Beatrix Pfenninger und Brigitta Troller erzählen frei aus ihrer inneren Bilderwelt heraus und ermöglichen dadurch den Zuhörenden eigene Bilder zu kreieren.
Die Erzählerinnen erwecken Märchen, Mythen, Sagen zu neuem Leben und verbinden sie mit dem modernen Menschen. Denn so alt die Geschichten sein mögen, so aktuell und tiefmenschlich sind ihre Botschaften. Sind sie doch Spiegelungen archaischer Vorgänge der Seele und übermitteln Wahrheiten der menschlichen Entwicklung und des Zusammenlebens. Da die noch so abenteuerlichsten Geschichten meistens gut enden, erwecken sie in den Zuhörenden ein Gefühl von Zuversicht, Mut und Vertrauen. So gesehen sind Geschichten Seelennahrung pur und berichten vom gelingenden Leben.
Märchen werden oft den Kindern zugeordnet. Damit wird man ihnen aber nicht gerecht. Märchen sind entstanden durch das Weitererzählen in einer Zeit, wo noch nicht zwischen Kinder- und Erwachsenengeschichten unterschieden wurde und es keine andere Unterhaltung gab. Sie wurden in allen Kulturen in den Zelten, Hütten, Webstuben oder am Feuer erzählt. Auf diese Weise entstand das Gefühl von Zusammengehörigkeit und Geborgenheit. Traditionen, Weisheiten und Werte wurden weitergegeben und aktuelle Ereignisse verarbeitet. Durch humorvolle Geschichten lernten die Zuhörenden Geschehnisse zu relativieren und gemeinsam darüber zu lachen!
Und so ist es bis heute geblieben! Die Erzählerinnen freuen sich in der speziellen Atmosphäre des Ateliers für Kunst und Philosophie das Publikum in eine Welt der Geschichten zu entführen. Musikalisch begleitet werden sie von Martin Kunz am Piano.
Mit anschliessendem Apéro. Kollekte.
Sonntag, 31. Januar 2026 um 20 Uhr
Szenisches Konzert mit Musik von Fanny Hensel, Robert Schumann, Alban Berg, Benjamin Britten, John Cage, Aribert Reimann ua. mit Texten von Simona Ryser
Simona Ryser (Sopran); Stefan Wirth (Klavier)
Stille kann zuweilen erschreckend sein. Ein Schweigen, das einbricht, die Abwesenheit von Stimmen, Geräuschen, Leben, ein im Eis erstarrter Baum, die Ruhe nach dem Sturm. «Alles still, als wäre die Welt tot», sagt Woyzeck in Georg Büchners Stück. Dann wieder kann Stille Einkehr und Trost bedeuten. Wenn alles zur Ruhe kommt. Ein Summen wiegt einen in Schlaf. In der Stille entstehen im Kopf die Lieder. In diesem Programm wird die Stille erkundet, im Dunkeln getappt, nach Tönen gesucht, bis die Kompositionen klingen, die das Phänomen der Stille auf unterschiedliche Art zeigen und erzählen. Dazwischen werden Texte zur Eigenart der Stille gelesen.
Kollekte.
Sonntag, 01. Februar 2026 um 11 Uhr
Die Reiche "Gelockerte Gedichte"
mit Gianna Olinda Cadonau
An der 11. Ausgabe von "Gelockerte Gedichte" haben wir Gianna Olinda Cadonau zu Gast. Die in Indien gebürtige Bündnerin leitet die Kulturförderung bei der Lia Rumantscha, der Institution zur Förderung der romanischen Sprache und Kultur.
2016 erschien von ihr der zweisprachige Lyrikband Ultim’ura da la not / Letzte Stunde der Nacht (Rätoromanisch und Deutsch), 2020 folgte pajais in uondas / wiegendes Land (Rätoromanisch, Deutsch, Englisch, Französisch), beide im Verlag editionmevinapuorger.
2023 erschien bei Editions Les Troglodytes der Gedichtband 5 idioms 5 dunnas, worin Gianna Olinda Cadonau zusammen mit vier weiteren Autorinnen romanische Gedichte in den fünf rätoromanischen Idiomen mit französischen Übersetzungen veröffentlichte. Im gleichen Jahr erschien auch ihr erster Roman Feuerlilie beim Lenos Verlag, der zuvor mit dem Studer/Ganz-Preis für das beste unveröffentlichte deutschsprachige Manuskript ausgezeichnet worden war. Cadonau schreibt regelmässig für die Radiosendung Impuls des Senders Radiotelevisiun Svizra rumantscha.
Sonntag, 1. Februar 2026 um 17 Uhr
Trio Box
Claudia Ulla Binder p
Christian Weber b
Dieter Ulrich dr
Seit 1999 spielen die drei mit ungetrübter Freude zusammen, zuletzt im November 2021 im Jazzclub Moods und als Teil des Tentetts «Pack of Ten» am Jazzfestival Willisau. Zuhörer:innen heben immer wieder hervor, wie hervorragend die drei Musiker:innen aufeinander hören und wie gut sie ihre Stücke aufbauen. Offensichtlich ist auch, dass die übliche Rollenaufteilung des Klaviertrios keine Rolle mehr spielt. Aber: Wie klingt das, was in diesem gleichberechtigten Zusammenspiel entsteht? Vor den Ohren des Publikums entwickelt sich eine Musik, die viele unterschiedliche klangliche, rhythmische und melodische Elemente integriert, die bei aller Bestimmtheit der Spielenden oft auch vieldeutig ist und sich in verschiedene Richtungen zu bewegen vermag. Frei und lustvoll mit diesen Gebilden umzugehen und immer wach und für verschiedene Varianten offen zu
bleiben macht den drei MusikerInnen ganz offensichtlich Freude. Und ebenso, wenn es ihnen einmal mehr gelingt, die Zuhörenden in ihren musikalischen Mikrokosmos mitzunehmen.
Freitag, 6. Februar 2026 um 19:30 Uhr
Mäder – Berset
"Wir spielen mit Gitarre und Stimme und ergänzen diese mit Zubehör. Das ist Spielzeug, welches die Möglichkeiten unserer Instrumente bestens erweitert und unsere Fantasie belebt. Dazu kommt auch Verstärkung, nicht in erster Linie, um mehr Lautstärke zu bekommen, sondern um mit dem spannenden, teilweise fast irritierenden Wechsel zwischen dem natürlichen Raumklang und dem elektronischen zu spielen. Wir gestalten Formen, prägen Spuren, lassen Vorgänge zu, um an Erinnerung anzuknüpfen oder Fortsetzungen erahnen zu lassen. Wir freuen uns an Entdeckungen, die uns selbst überraschen. Wir freuen uns ob unseren musikalischen Erzeugnissen, die unser Kollektiv immer wieder neu beschreiben lässt."
Urban Mäder Stimme & Zubehör
Florestan Berset Gitarre, Stimme & Zubehör
Freitag, 13. Februar 2026 um 20:30 Uhr
Where's Africa: She's Gone
Omri Ben Cohen altsaxophon, nai, stimme
Yves Theiler klavier
Dario Sisera schlagzeug, perkussion
Die grosse Hommage an Irène Schweizer:
She's Gone // She's Here --- nachdem sie
im Sommer 2024 gegangen in die ewigen Jazzgründe.
Freitag, 6. März 2026 um 19:30 Uhr
Vera Hohleiter: "Jenseits der Dinge".
Lesung mit Gespräch
Vera Hohleiter lebt und schreibt in Basel. Als Journalistin arbeitete sie in Deutschland, der Schweiz, Südkorea und in den USA für Radio- und Fernsehsender, Print- und Online-Medien. In Südkorea ist sie für die populäre koreanische Fernsehshow Misuda bekannt. «Jenseits der Dinge» ist ihr erster Roman.
Sind Menschen, die meditieren, weniger anfällig für Manipulation und sind sie resilienter? Der Mönch Jibong ist überzeugt von diesem Gedanken. Wie ergeht es der Neuropsychologin Oona? Wie wirkt sich die Einmischung von Q aus, der eine WellnessApp lanciert hat?
Alice Grünfelder und Martin Kunz im Gespräch mit der Autorin Vera Hohleiter
Samstag, 7. März 2026 um 19:30 Uhr
Aus der Fülle des 20. Jahrhunderts
Ein Kammermusik-Konzert mit
Maria Mitsi, Klavier
Andreas Henrici, Violoncello
Elisabeth Handschin, Viola
Werke von Dimitri Schostakowitsch, Alfred Schnittke, Rebecca Clarke und Frank Bridge
Samstag, 14. März 2026 um 19:30 Uhr
Duo Aventure
Das Duo Aventure (Blockflöten und Gitarren, Teresa Hackel und Karin Rüdt) spielt im neuen Programm «Hay Que Caminar» Werke von
Charles Uzor (*1961):
ORIRI für Blockflöten, Gitarre und Tape (Erstaufführung, Auftrag des Duo Aventure)
und Guillaume de Machaut (ca. 1305 - 1377) Claudin de Sermisy (1490 - 1562) Miguel de Fuenllana (ca. 1525 – 1590) John Baldwine (1560 – 1615)
Uzors neues Werk bindet sich in vielfältiger Weise zurück an Werke und Stilistik der musikalischen Renaissance, welche mit Eigenem kontrastieren und verschmelzen. Zwischen den Sätzen von ORIRI werden in diesem Programm Werke der Renaissance vorgetragen, wobei Machauts Rondeau Doulz viaire gracieus Ausgangspunkt für Uzors Komposition ist und in wechselnden Facetten im 2., 3. und 4. Satz in Erscheinung tritt.
Hay que caminar
Alles geht und alles bleibt,
aber das unsere ist es, vorbeizugehen, vorbeizugehen und Wege zu machen, Wege über das Meer.
Wanderer, deine Spuren sind
der Weg, und nichts mehr; Wanderer, es gibt keinen Weg, man macht den Weg beim Gehen
... (Antonio Machado)
«Diese Verse erinnern mich an Wilhelm Müllers «Winterreise», auch dort gibt es nur das Wandern, nicht das Ziel – wobei Müller und Schubert immerfort aus der Fremde in die Fremde hineingehen, Machado jedoch über das Meer.
Ein Wanderer auf dem Pilgerweg ritzte seine Zeilen (nicht ganz korrekt) in die Klostermauer. Auf eigener Pilgerreise in Toledo erkannte der Komponist Luigi Nono die Zeilen hay que caminar, Zeilen, die zur Überschrift eines ganzen Werkzyklus wurden.
ORIRI (Gastmahl) betritt Pfade, die meine Musik zu offenen Räumen mit viel Licht, Melos und Resonanz führen sollen... In ORIRI stehen sich Ost und West gegenüber, nicht feindlich, sondern neugierig, in Gastfreundschaft, disputierend. Flöte und Gitarre sind hier Brücken von Ost zu West, von Irak zu Santiago, von Monolog zur Begegnung, vom Disput zum Symposium der Stimmen.»
(Charles Uzor)
Wir verstehen unter Philosophieren lustvolles Nachdenken.
Und unter Kunst - im weitesten Sinne? Ich fand keine andere Alternative als das „Künstlerleben“, wenn man darunter so etwas wie unumschränkte Individuation verstehen will, das selbstverantwortete exploratorische Lebensunternehmen….Es geht immer um die Herbeiführung eines Entbrennens, um Momente des vollen Inneseins. (Paul Nizon.)
Was Kunst im engeren Sinne ist, versuchen wir immer wieder zu ergründen, indem wir künstlerisch tätig sind.
Wir knüpfen bei unseren Sehnsüchten an und verwandeln Scheinantworten in echte Fragen.
Wir denken nach über das, was uns angeht. Was andere Denker und Denkerinnen dazu gedacht haben. Und wir denken weiter. Und trinken dazu.
Wir sind weder Erbsenzähler noch Schamanen. Wir genießen es, uns mit den Gästen in Denkschlaufen zu verhaspeln und uns wieder daraus herauszuspinnen.
Wir sind keiner Schulmeinung verpflichtet, wir wissen nicht so genau, wie viele Götter es gibt, aber wir laden sie ein, uns zu inspirieren, falls sie nicht gerade verreist
sind.
Wir lachen gerne. Aber wir meinen es ernst.
Martin Kunz und Markus Huber
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